Ico – Das kleine Wildpferd

Ico – Das kleine Wildpferd

Manch einer kennt diesen Anime noch aus der eigenen Kindheit. Über Jahre wechselte dieser Film mit Kult-Status für 40 Euro die Besitzer. Man kann den Film endlich für rund 15 Euro auf DVD erwerben.

Ico, das mutige kleine Wildpferd wächst geliebt von seiner Mutter und vielen Freunden in idyllischer und unberührter Natur auf. Alles könnte perfekt sein, würden nicht in jeder Vollmondnacht gruselige Glockenschläge die Welt in Angst und Schrecken versetzen. Ico beobachtet eines Tages die edlen königlichen Pferde. Seit der Zeit träumt er davon, eines Tages das Lieblingspferd des Königs zu werden. Er freundet sich mit Larguirucho (der Schlacksige), dem trotteligen und liebenswerten Stallknecht des Königs an. Als auf rätselhafte Art und Weise immer mehr Pferde aus dem Stall des Königs verschwinden, will Larguirucho seine Lieblinge beschützen. Der bösartige Schwarze Herzog beschuldigt aber Larguirucho beim arglosen und gutherzigen König. Nun wird der unschuldige Stallknecht eingekerkert. Der tapfere Ico beschließt seinem Freund zu helfen und seine Unschuld zu beweisen. Dabei stößt er auf die geisterhafte Legende, die sich um die Glockenschläge rankt und deckt die grausamen Machenschaften eines Bösewichts auf.

Der argentinische Ausnahmegrafiker Manuel Garcia Ferré hat seine Helden so liebevoll geschaffen, dass sie einen großen Teil des Zaubers dieses Films ausmachen. Die Zeichunungen sind detailreich und niedlich, die Ausarbeitung der Charaktere stimmig und glaubwürdig. Die Story hat alles, was ein zauberhaftes Märchen braucht. Das Gute muss viel Mut beweisen um dem bösen Treiben ein Ende zu setzen und den Übeltäter zu besiegen. Liebe, Heldenmut, Freundschaft und Herzensgüte sind letztendlich stärker als Geldgier, Herrschsucht, Kadavergehorsam und Egoismus. Der Bösewicht findet am Schluss sein wohlverdientes brutales Ende, wie das im Märchen üblich ist.

Der Stil ist eine gefällige Mischung aus den ersten Disney-Trickfilmen wie Bernhard und Bianca und japanischen Animés der 80er. Dazu gesellen sich eine naive und und unrealistische Brutalität und schwarzer Humor wie man es von Tom und Jerry kennt. Trotz aller Komik und Idylle findet man im Film auch Szenen, die Krieg, Diktatur, Verwüstung, Tierquälerei, Mord und Intrigen darstellen die bei Kindern Irritationen und Angstgefühle hervorrufen können. Die Alterseinstufung der FSK ab 6 Jahre halten wir deshalb für angemessen. Für Kinder mit wenig Fernseherfahrung ist dieser Film wenig geeignet. Sensible Kinder sollten diesen Film am besten am frühen Nachmittag sehen, damit offene Fragen geklärt und Albträume vermieden werden können.

Der Sound ist leider nostalgisch verknistert. Eingängige, eigens komponierte Filmmusik und professionelle Synchronsprecher wie Pierre Peters-Arnolds und Wolfgang Hess und Manfred Lichtenfeld, gleichen diesen Minuspunkt aber wieder aus. Das Bonusmaterial ist leider recht dürftig. Die angepriesene Alternativfassung unterscheidet sich nur im Vor- und Abspann von der Normalfassung. Bei den weiteren Szenen handelt es sich um ein einziges Lieder in der spanischen Originalfassung, da der Wortwitz nicht zu übersetzen war. Es ist lediglich eine deutsche Tonspur verfügbar und keine Untertitel.

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